Letztens habe ich mir ja die Frage gestellt, ob sich ein Blog noch lohnt. Und ich hatte definitiv eine klare Antwort darauf, auch ihr habt mir tolle neue Impulse gegeben. Das Schreiben des Beitrags hat dafür gesorgt, dass ich mir in den letzten Tag wieder intensiver Gedanken über den Blog gemacht habe. Warum mache ich das und was bringt es mir. Daher will ich heute einfach mal darüber reden, was ich durch das Bloggen gelernt und auch für das Leben mitgenommen habe.

Mit Kritik umgehen

Wer bloggt, oder sich allgemein im Netz auffällt, wird schnell bemerkt haben, dass hunderte von Menschen ihre Meinung zu dem Abgeben was du tust. Online aber auch Offline. Ganz oft ist das Feedback positiv, man bekommt freundliche Rückmeldungen und auch Bestätigung. Und das alles – sind wir ehrlich – fühlt sich unheimlich gut an. „Oh da interessiert sich jemand für das was ich tue„.
Aber natürlich gibt es auch die anderen Seiten. Es kommt natürlich auch vor, dass Leser mich kritisieren. Kritik ist nichts Schlechtes, aus Kritik kann ich viel mitnehmen und auch lernen. Oft zeigt mir konstruktive Kritik an welcher Stelle ich mich verbessern könnte, was ich anders machen könnte. Diese Art von Kritik kann hilfreich sein. Aber natürlich gibt es auch die andere Kritik. Wobei Kritik kann an es nicht nennen, eher Beleidigungen, die sich unter dem Deckmantel der konstruktiven Kritik verstecken. Wenn man so etwas in den zu freischaltenden Kommentaren findet, kann das ganz schön wehtun. Beleidigungen über mich als Person, über meine Figur oder oder oder. Meistens gepaart mit vermeintlich gut gemeinter Hilfe. Aber ein blinder mit Krückstock, bemerkt die Spitze, die sich hinter diesen Worten versteckt.

Anfangs fiel es mir ganz schwer, diese Kritikarten zu trennen. Ich habe alles als Beleidigung an mir verstanden, ich war richtig eingeschnappt. Über die Jahre habe ich aber zum Glück gelernt, wie ich die konstruktive Kritik in etwas sinnvolles umwandeln kann und ich bin auch dankbar geworden für jeden sinnvollen Vorschlag. Auch habe ich es geschafft bei diesen Beleidigungen einfach auf Löschen zu klicken, ohne sie mir so sehr zu Herzen zu nehmen. Glaubt mir, dass war ein langer Weg, aber ich bin ihn gegangen. Und nun kann ich auch im Alltag um einiges besser damit umgehen.

Learning by Doing

Am Anfang ist Bloggen einfach. Man erstellt einen Blog mit einem Klick bei einem Anbieter, man nimmt ein vorgefertiges Layout, passt nichts an und fängt einfach an. Aber mit der Zeit reicht einem das oft nicht mehr. Man möchte etwas individuelles, etwas eigenes. Also macht man sich die Mühe ein neues Layout einzuspielen und selber zu modifizieren, man legt sich vielleicht eine eigene Domain zu oder wechselt sogar zu einem selbstgehosteten Blog. Das alles ist nicht mit einem Fingerschnippen erledigt, sondern mit Lernen verbunden. Man muss sich einlesen, wie funktioniert eigentlich HTML und Javascript? Wo bekomme ich einen Webspace her und wie mache ich Backups? Das alles bringen sich viele Blogger im Eigenstudium bei. Das mag anstrengend sein, aber es bringt einem so unheimlich viel.

Dasselbe zählt natürlich auch für die rechtlichen Aspekte. Was sagt der deutsche Datenschutz eigentlich? Was ist Schleichwerbung, wie melde ich ein Gewerbe an? Und warum zur Hölle brauche ich ein Impressum? Ohne Blog hätte ich mich wohl nie freiwillig mit diesen Dingen beschäftigt. Aber heute interessiere ich mich dafür und versuche immer auf dem Neusten Stand zu bleiben.

Zeitmanagement

Ich war ein totaler Chaot. Ich habe grundsätzlich immer alles bis kurz vor den Abgabetermin geschoben. Termine habe ich auf Zettelchen geschrieben und verlegt. Das mache ich heute nicht mehr. Und das verdanke ich mit unter dem Blog.

Mit der Zeit kamen die Kooperationspartner und ich musste planen, sie wollten fixe Veröffentlichungstermine haben und ich habe gemerkt, dass diesen „in den tag leben“ hier nicht funktioniert. Inzwischen habe ich einen Plan für den Blog, in dem steht wann ich E-mails beantworte, wann betreibe ich Seeding, was blogge ich wann vor. Es hilft mir einfach ungemein im Alltag. Ich habe einen Terminkalender indem ich versuche Blog, Studium, Arbeit und anderes unter einen Hut zu bekommen. Und das klappt wirklich ziemlich gut. Mein jüngeres Ich würde wohl vom Glauben abfallen, wenn es erfahren würde, wie organisiert ich jetzt mit meiner Zeit umgehe. Aber durch den Blog hat sich mein Zeitmanagement verbessert, einfach weil er da ist und eben einen Teil meiner Aufmerksamkeit braucht.

Hilfe annehmen

Lange Zeit war ich ein richtiger Einzelkämpfer. Frei nach dem Motto „Wenn du willst, dass es richtig gemacht wird, dann mach es selber„. Aber Bloggen ist nunmal ein Teamsport. Eine Blogparade macht nur Spaß, wenn mehrere Blogger daran teilnehmen. Alleine macht das wenig Sinn. Das waren Momente, wo ich das erste Mal auf andere zugegangen bin und gemerkt habe, wie offen andere Menschen für so etwas sein können. Das hat bei mir einen Umschwung bewirkt.

Wenn ich heute ein Problem habe oder Unterstützung bei einem Projekt benötige, dass ich alleine nicht gelöst bekomme, frage ich ganz offen auf Twitter oder Facebook nach Hilfe oder Unterstützung. Und es kam immer etwas, in wenigen Minuten hatte ich viele Angebote oder Lösungen im Postfach. Manche Dinge, kann man nicht alleine stemmen, manchmal benötigt man Hilfe. Das hätte ich früher nie eingesehen, ich wäre lieber gescheitert, als zuzugeben, dass ich Hilfe benötige. Heute traue ich mich eher ganz offen zu sagen „Hör zu, ich kann das nicht, hilfst du mir es zu verstehen?

Flexibel sein

Jeder der bloggt, weiß wie schnell das Internet sein kann. Von heute auf Morgen kommt eine neue App auf den Markt, die alles umkrempeln kann, was wir kennen. Als Blogger muss man darauf vorbereitet sein. Als Instagram kam, hätten viele wohl nicht gedacht, dass die App dermaßen erfolgreich wird und eigene Influencer hervor bringen wird. Als Snapchat kam, dachten sicher einige (auch ich) „Ich hab doch Instagram, warum brauche ich das auch noch„. Darauf muss man vorbereitet sein oder auf jeden Fall damit rechnen. Wer total fest gefahren an seinem Blog hängen bleibt und nicht wagt neue Gewässer zu erforschen, kann auf der Strecke bleiben. Und sind wir ehrlich, dass ist nicht nur beim Bloggen so. Das ist überall so, wer auf der Stelle tritt, bleibt zurück. Flexibel sein ist im Leben einfach wichtig.

…inoffizieller Punkt 6

Einfach mal ignorieren was alle sagen und sein eigenes Ding machen, wenn man Spaß daran hat.

13 Comments on 5 Dinge, die ich durch das Bloggen gelernt habe

  1. Kristina
    16. Juni 2017 at 8:57 (4 Monaten ago)

    Ein sehr interessanter Beitrag! Besonders flexibel zu sein und Hilfe anzunehmen musste ich erst lernen. Mit Instagram sprichst du auch einen guten Punkt an, leider gehöre ich auch zu denen, die diese App lange Zeit unterschätzt haben.
    Liebe Grüße ♡Kristina
    TheKontemporary

    Antworten
  2. Héloise
    16. Juni 2017 at 10:12 (4 Monaten ago)

    Toller Post, da stimme ich dir völlig zu! Mit Zeit umzugehen wurde gerade in den letzten Monaten immer wichtiger für mich, aber solangsam habe ich es ganz gut eingespielt, hoffe ich =)

    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

    Antworten
  3. Jacky
    16. Juni 2017 at 10:41 (4 Monaten ago)

    Moin,
    Sehr interessant, gerade für Einsteiger wie mich.
    Ein paar der Punkte die du beschreibst, sind ‚Probleme‘ an denen ich noch arbeiten muss. Das Thema Kritik ist der Punkt wegen dem ich noch die größten Hemmungen habe, zb bei Instagram zu Posten.
    Hast du da vielleicht Tipps, wie man das überwinden kann ? 😊

    Liebe Grüße,
    Jacky

    Antworten
    • Anni Hydrogenperoxid
      16. Juni 2017 at 11:20 (4 Monaten ago)

      Hey, 🙂

      es ist schwer die Frage zu beantworten, weil ja jeder anders ist.
      Anfangs hat mich wirklich jeder „böse“ Kommentar echt runter gezogen. Aber mir hats geholfen einfach mal abzuwägen, wieviel positives Feedback eigentlich kam. Einfach mal den einen schlechten Kommentar lesen und dann die 5 positiven auch. Und dann für einen selber abwägen. Was ich besonders schwer fand, war zu lernen die Kritik auch anzunehmen. Am Anfang dachte ich immer „Ach die soll doch den Mund halten“ aber jetzt versuche ich zu verstehen was die Person mit ihrer Kritik meint und versuche es mal umzusetzen. Und wenn es dann besser funktioniert, bedanke ich mich auch.:)

      Antworten
  4. Arthur Lukas
    16. Juni 2017 at 12:35 (4 Monaten ago)

    Mal wieder ein toller Post! Besonders der „6. Punkt“ zeigt, dass du alles richtig machst.

    Bis bald.

    LG, Arthur

    Antworten
  5. Marie-Theres Schindler
    16. Juni 2017 at 13:33 (4 Monaten ago)

    Sorry, mein Kommentar gerade wurde automatisch mit meiner Adresse ausgefüllt. 😀 Jetzt nochmal: Der inoffizielle Punkt 6 ist der beste, denn der macht einen erst authentisch.
    Liebe Grüße,
    Marie

    Antworten
  6. FAIRY TALE GONE REALISTIC
    16. Juni 2017 at 14:06 (4 Monaten ago)

    Hi =)
    Ich kann dir nur zustimmen! Das Bloggen gibt einen unendlich viel und man lernt eine Menge neues!
    Liebe Grüße
    Susi

    Antworten
  7. Janine
    16. Juni 2017 at 14:17 (4 Monaten ago)

    Liebe Anni,
    vielen Dank für diese 5 / 6 Hinweise, für mich als Neu-Bloggerin superhilfreich 😀
    Ich bewundere, dass Du schon solange dabei bist und wünsche Dir natürlich auch weiterhin alles Gute – und zu den fiesen Kommis, hör nicht darauf, Du und dein Blog seid klasse!!
    Liebste Grüsse
    Janine von https://www.yourstellacadente.com/

    Antworten
  8. Tanjas Bunte Welt
    16. Juni 2017 at 20:38 (4 Monaten ago)

    Hallo Anni
    Ein toller Post und ja, man lernt wirklich viel und muss aber auch viel lernen. Es darf sich auf keinen Fall dieses Allein-Gang-Macht-Gefühl und jeder Blogger ist ein einsamer Wolf Getue einschleichen. Als Blogger lernt man auch nie aus 😉
    Liebe Grüße

    Antworten
  9. Patty
    18. Juni 2017 at 18:27 (4 Monaten ago)

    Bei dem ersten Punkt kann ich dir total zustimmen. Es ist zwar nicht so das mich viele Leute wegen meinem Blok kritisieren, aber es gibt nun mal immer Menschen die es eben nicht gut finden was du machst und das ist auch okay so. Ich habe dadurch gelernt zu mir zu stehen und auch Dinge durchzuziehen die ich gerne machen möchte. Irgendwann kommt man meiner Meinung nach an einen Punkt, an dem es einem egal ist was andere Menschen von einem denken, denn man macht das für sich selbst ! Glücklicherweise gibt es ja auch immer wieder Momente und Menschen die einem zeigen, wie sehr sich ein eigner Blog lohnt und das sind immer wieder die schönsten Erinnerungen 🙂

    Liebe Grüße
    Measlychocolate by Patty
    Measlychocolate now also on Facebook

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  10. Tani
    23. Juni 2017 at 9:48 (4 Monaten ago)

    Punkt 6 finde ich übrigens am wichtigsten. 😉

    Ich erinnere mich noch an meine Anfänge mit „Linh’s Fashion & Lifestyle World“… wie ich da versucht habe, alles so geheim wie möglich zu halten… und was ich mir für Sprüche anhören musste, wenn jemand aus dem Freundeskreis doch Wind davon bekam: „Willst du jetzt ein Star werden, oder wie?“, „Du bist doch nicht Paris Hilton!“, „Was willst du damit eigentlich?“, dies das und so vieles mehr…

    Noch heute beiße ich mir in den Hintern, wenn ich zurück denke und ehrlich zugeben muss, dass ich mich damals nach 3 Jahren so sehr beeinflussen ließ, dass ich den Blog einfach gelöscht habe. -.-

    Daherist der 6. Punkt wirklich der wichtigste Punkt! Einfach ignorieren, was andere sagen und sein eigenes Ding durchziehen. 🙂 Ich wünschte, ich wäre damals erwachsener und „klüger“ gewesen. 😉

    Liebe Grüße,
    Tani von https://hashtagtani.com/

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