Immer mehr junge Frauen, die ich kenne fangen an sich als beziehungsunfähig zu beschreiben. „Ja ich bin single, ich bin beziehungsunfähig“ Schon immer fand ich diese Bezeichnung weniger gut, sie wirkte auf mich wie eine Ausrede.

Ich bin nun seit 5 Jahren in einer Beziehung. Keine meiner Beziehungen hielt unter einem Jahr. Ich war schon immer ein Typ Mensch, der eine Beziehung  nur eingeht , wenn ich mir dessen 100% sicher war. Ich würde beinahe sagen, ich gehe da sehr pragmatisch ran. Klar ist liebe im Spiel, aber gleichzeitig denke ich auch unheimlich viel darüber nach und stürze mich nicht Kopfüber in eine Verbindung der ich kein Potential beimessen könnte (Buuuh! wie unromantisch). Aber das ist einfach meine Art und das brauche ich auch um nicht in meiner Gefühlswelt unterzugehen und davon erdrückt werde.

In diesen 5 Jahren mit meinem Freund habe ich gemerkt, dass es wie in allen Bereichen des Lebens Höhen und Tiefen gibt. An manchen Tagen ist das größte Relationship Goal, dass der Gegenüber nicht vergisst die Küchentheke abzuwischen. Andere Tage dagegen sind wie klischeehafte Instagram Bilder unter die man „#Goals“ kommentieren könnte. Wie eine kleine Achterbahnfahrt eben und das ist auch gut so, es kann nicht immer alles perfekt laufen. Eben wie bei allem im Leben, aber dann muss man eben daran arbeiten – auch an Beziehungen.

Aber inzwischen lese und höre ich immer öfters „Ich bin beziehungsunfähig – haha – ja aber das ist ja ganz normal für Generation Y“. Was soll das denn bitte heißen? Für mich hat das ja diesen kleinen Touch von Ausrede. Es ist doch egal wie der eigene Beziehungsstand ist und nur weil man mal ein Paar Jahre ohne Beziehung durch das Leben geht, macht das einen noch lange nicht beziehungsunfähig. Eine Freundschaft ist schließlich auch eine Beziehung. Man lässt sich auf jemanden ein, man öffnet sich und gibt etwas von sich Preis. Un ob nun Freundschaft oder romantische Beziehung es kann einem immer wehgetan werden. Und holla die Waldfee, wenn das passiert, tut es mal richtig weh. Aber was wäre das für ein Leben wenn wir wirklich so unfähig – wie viele gerne behaupten – durchs Leben gehen würden. Man wäre das trostlos und verdammt einsam.

Beziehungsunfähig_02Aber was ich ganz schlimm finde ist folgende Aussage „Ich bin beziehungsunfähig und eh total unabhängig, ein Freund würde mich im Leben nur einschränken“. Wenn ich so etwas höre fühlt sich das für mich wie ein Schlag ins Gesicht an. Sehen mich diese ganzen mega unabhängigen Singlefrauen wirklich als Heimchen am Herd nur weil ich vergeben bin, sehen sie mich als Anhang von meinem Freund? Weil ich tue das definitiv nicht. Ich muss mich dann immer fragen, was für Beziehungen diese Leute bisher geführt haben. Eine Beziehung ist ein Geben und Nehmen und keine Sklaverei. Wenn mein Freund am Wochenende Kart fahren gehen will, dann tut er das. Ich verbringe meine Zeit dann wie es mir beliebt. Wir sind ja keine siamesischen Zwillinge. Klar merke ich wie ich manchmal in das Beziehungs-Wir rutsche „ Hast du heute Zeit“ – „Nein wir bleiben heute auf der Couch“. Dann muss ich immer kurz lachen, weil man sich doch so aneinander gewöhnt hat. Aber das sorgt noch lange nicht dafür, dass ich meine Unabhängigkeit verloren habe.  Ihr könnt starke Frauen (oder Männer) sein und euch abends trotzdem an euren Partner kuscheln. Nur weil man eine Beziehung führt ist man nicht weniger frei als eure Single-Freunde. In Meiner Beziehung habe ich gelernt, dass ich Kompromissen eingehen muss (als Einzelkind eine große Bürde), ich darf nicht faul zusehen wenn mir etwas nicht gefällt, ich muss tatsächlich etwas tun.

Bevor man also so etwas von sich gibt, sollte man vielleicht mal reflektieren ob man wirklich beziehungsunfähig ist, oder ob vergangene Beziehungen überhaupt gesund waren. Nur weil eine Beziehung  wirklich böse verlief, sollte man sich selber nicht aufgeben und sich diesen Stempel auf die Stirn klatschen. Und ganz vielleicht ist man selber einfach nicht in der Lage Kompromisse einzugehen oder hat eine schlechte Menschenkenntnis. Das ist ganz unbequem sich das eingestehen zu müssen – ich musste das nach meiner letzten Beziehung auch erkennen, dass eben diese Dinge zu meinen Makeln gehören. Und wisst ihr was ich habe auch das Alibi „Ich bin unfähig für Beziehungen“ angeführt. Einfach weil ich mir meine Schwächen nicht eingestehen wollte.

Ob Vergeben, single, unentschlossen oder „es ist kompliziert“ alles geht. Aber beziehungsunfähig ist und bleibt für mich eine Ausrede.

13 Comments on Beziehungsunfähig? Gute Ausrede

  1. sanyochan
    15. Juni 2016 at 12:21 (1 Jahr ago)

    Sehr guter Post! Ich finde diese Entwicklung auch problematisch. Bei Männern ist mir vor allem eine große Bequemlichkeit aufgefallen, also rummachen und mal was unternehmen ist okay, aber bitte bloß keine Erwartungen und keine anstrengende emotionale Arbeit verlangen. Und bei Frauen hat mich die konsequente Kompromisslosigkeit überrascht: Nach meinem Auslandsjahr in *** werde ich noch ein halbes Jahr nach ### gehen und außerdem noch ein halbes Jahr nach +++ und dort in eine Zweier-WG mit nem fremden Mann ziehen. Ob die Beziehung weiterhin diese Entfernung aushält? Egal, mir wird dann stolz berichtet, dass man vereinbart hat, sich nicht gegenseitig im Weg zu stehen. Dann müssen sich solche Leute nicht wundern, wenn die Beziehung zerbricht. Und dann ist es auch die Annahme bequem, beziehungsunfähig zu sein, denn dann muss man sein Verhalten nicht reflektieren. Dabei ist doch Bindungsunfähigkeit eine ganz schlimme Sache und macht auf mich einen kranken Eindruck.
    Manchmal ist es auch so, dass es nur darum geht, in einer Beziehung zu sein. Wenn dann jeder seins macht, ist das gerade recht so, denn man ist nicht allein, lässt sich aber nicht einschränken.
    Ich denke, es ist ganz ganz wichtig, dass die Begriffe „Freiheit“ und „Unabhängigkeit“ im Beziehungskontext neu überdacht werden. Das geht irgendwie in die falsche Richtung, meiner Meinung nach. Natürlich muss man ein eigenständiges Individuum bleiben, das sein Leben bewältigen kann, aber man geht den Weg zusammen und nicht nebeneinander her.
    Bei diesem Thema kann ich den Anime „Fractale“ auch außerordentlich empfehlen! Der japanische Kulturkritiker Hiroki Azuma (nur so als Zusatz-Info) hat mitgearbeitet und es geht darum, dass die Menschen in einer Zukunft alle „Einschränkungen“ und alles, was Arbeit im weitesten Sinne macht, abgelegt haben. Sie wohnen einzeln in ihren Wohnwägen, den ein Haus bindet. Sie erziehen ihre Kinder nicht selbst, sondern lassen das von Robotern erledigen, denn das ist ja anstrengend. Und sie leben schon gar nicht unter einem Dach, denn sie vertrauen sich ja und das wäre Kontrolle, zusammenzuwohnen und am Leben der anderen teilzuhaben. Deshalb geht jeder seinem eigenen Leben nach. Ich hab den Anime die Tage angefangen und bin bei der 4. Folge und finde ihn spitze! Klar, es gibt hier und da nen nervigen Charakter, aber das ist ja meistens so. Aber das Konzept dahinter ist richtig gut.
    Das war jetzt ein geistiger Erguss und mein Wort zum Mittwoch xD ! Jetzt kann ich den Rest des Tages wieder dumme Kommentare von mir geben und auf Sparflamme sein 😀 !

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  2. Mina
    15. Juni 2016 at 12:48 (1 Jahr ago)

    „Ich finde diese Entwicklung auch problematisch. Bei Männern ist mir vor allem eine große Bequemlichkeit aufgefallen, also rummachen und mal was unternehmen ist okay, aber bitte bloß keine Erwartungen und keine anstrengende emotionale Arbeit verlangen.“
    WORD!!!!!
    „Ich bin gerade nicht bereit für eine Beziehung“ „Schaun wir mal wo es hingeht“ und zack, zwei drei Monate mit mir die Zeit überbrückt, steht doch plötzlich Mrs. Right vor der Tür.

    Die meisten „Attraktiven“ wollen gar keine Beziehung mehr, das ist zu viel Verantwortung, „Einschränkung“ und und und das ist für viele ein Rattenschwanz an zu viel Zutun.

    Derzeit ist es sehr schwierig einen dauerhaften Partner zu finden, wenn man keine Abstriche machen will…
    „Ich achte schon lange nicht mehr auf Äußerlichkeiten“ ist genauso Bullshit. Ich konnte nicht mit einem Kerl zusammen bleiben, der mich an ein Schwein erinnert, sei sein Wesen noch so perfekt.

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  3. Vicky
    15. Juni 2016 at 18:36 (1 Jahr ago)

    Ich denke „Beziehungsunfähig“ wird einfach ziemlich inflationär gebraucht wird. Vielleicht gibt es tatsächlich Leute, die tatsächlich unfähig sind, eine Beziehung richtig einzugehen. Aber bei den meisten Leuten habe ich eben so das Gefühl, dass es so daher gesagt wird und es eigentlich gar nicht so ist. Auch ich bin der Meinung, dass es einfach manchmal aus Bequemheit gesagt wird. So muss man ja auf niemanden eingehen und vor allem seine Gefühle nicht reflektieren und sich überlegen, was man will.
    Man kann auch in einer Beziehung unabhängig bleiben, man muss nur die richtige Person dafür finden. Ich bin auch kein Freund davon, einfach mal auf gut Glück irgendwelche Beziehungen einzugehen, ich mache das auch nur wenn ich denke, dass es tatsächlich etwas werden könnte und nicht nach 2 Wochen direkt wieder auseinander geht.
    Wie gesagt, denke ich, dass die meisten Leute „Beziehungsunfähig“ einfach viel zu schnell in den Mund nehmen, als bequeme Begründung. Wahrscheinlich passte bei vielen Menschen einfach der Partner nicht und deswegen denken sie, dass nie eine Beziehung passen wird. Schwierig, das Thema.

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  4. LilyLila
    15. Juni 2016 at 19:20 (1 Jahr ago)

    Danke für diesen tollen Post! 🙂

    Ich habe meinen Mann kennengelernt, als ich richtig, richtig die Nase voll hatte und mich eigentlich nur noch in meine Arbeit stürzen wollte, meine Ausbildung beenden und „meine Ruhe haben“. Da stand er plötzlich vor mir und ich hatte weiche Knie…

    … ein paar Jahre später musste ich mir / mussten wir uns richtig fiese Kommentare anhören, als es um das Thema „Heiraten“ ging. „So früh schon? Ihr werft euer Leben weg!“ – Wie man über das Thema „Hochzeit“ denkt, ist jedem selbst überlassen. Aber es hat einen ähnlichen Touch wie „ich habe lieber keine Beziehung, denn diese schränkt mich nur ein“.

    Ich kann auch nach 10 Jahren mit diesem Mann an meiner Seite nicht behaupten, dass er mich je eingeschränkt hat. Im Gegenteil – und wir hatten wahrlich nicht nur rosige Zeiten, die wir gemeinsam zu überstehen hatten. Aber all dies hat uns nur gezeigt, dass wir „damals“ die richtige Entscheidung getroffen haben.

    Für mich bedeutet dieser Satz „ich bin beziehungsunfähig“ leider auch oft, dass man selbst nicht bereit ist, über das eigene Verhalten zu reflektieren, Kompromisse einzugehen und stets an sich zu arbeiten. Denn eine Beziehung bedeutet stetige Arbeit.

    Warum auch den komplizierten Weg wählen, wenn es auch einfach geht?

    Das ist der Trend, den ich so beobachten kann – von klein bis groß. Es wird einem ja quasi alles vor die Nase gelegt. Und das finde ich irgendwo schade.

    Etwas wirre Gedanken, aber vielleicht teilt sie ja der ein oder andere auch auf diese Weise.

    Viele Grüße,
    LilyLila

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  5. nicole
    15. Juni 2016 at 20:10 (1 Jahr ago)

    Huhu..
    Also mit meinem Schatz bin ich noch gar nicht so lang zusammen…
    Aber mit meinem Ex-Mann war ich 6 Jahre zusammen und davor waren meine Beziehung ea schwierig. Was meist an den Männern lag *Lügen, Betrügen, schlagen*. Bei meinem Ex-Mann war dann einfach die Luft raus. Bei meinem jetzigen Freund hoffe ich natürlich, dass er der richtige ist. Wenn nicht dann lass ich das mit den Männern ^^.
    Aber so richtig Single war ich auch nie.

    liebe Grüße

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  6. Vanessa
    15. Juni 2016 at 20:12 (1 Jahr ago)

    Toller und sehr interessanter Beitrag!

    Ich bin der Meinung, dass es durchaus Menschen gibt die beziehungsunfähig sind aber nicht aus den Gründen wie es in den meisten Fällen gebraucht wird.

    Es gibt durchaus Menschen die keine gesunde Beziehung mit einem anderen Menschen führen können.
    Wenn ein Mensch unglaublich egoistisch, hasserfüllt oder hetzerisch ist, kann es sein, dass er aus diesen Gründen einfach keine normale Beziehung führen kann und meiner Meinung nach auch nicht sollte.
    Klar unterscheidet man zwischen einer Liebes- und Freundschaftsbeziehung aber trotzdem ist es schwierig mit solchen Menschen solch eine Bindung einzugehen – dadurch ist man vielleicht nicht selbst beziehungsunfähig aber sein gegenüber schon.

    Der alltägliche Gebrauch des Wortes ist aber meiner Meinung nach, ähnlich wie deine – eine Ausrede.
    Wenn man eine Beziehung führen möchte ist man auf jeden Fall beziehungsfähig.
    Und selbst wenn man eine schlechte Beziehung hinter sich hat und eventuell stark verletzt worden ist, ist man trotzdem in der Lage Beziehungen zu führen.
    Ich glaube, dass man sich in solchen Fällen nur gerne hinter einem Wort versteckt anstatt zuzugeben, dass man einfach noch nicht bereit dafür ist oder Angst hat wieder verletzt zu werden.

    Liebe Grüße
    Vanessa

    Antworten
    • Anni Hydrogenperoxid
      15. Juni 2016 at 20:15 (1 Jahr ago)

      Danke für deinen Kommentar.
      Ja also der Beitrag ist wohl eher auf diesen „alltäglichen“ Gebrauch übertragbar.
      Personen, die ja auch aufgrund psychischer Probleme keine Beziehung eingehen können, will ich hier gewollt ausklammern 🙂

      Antworten
  7. Treurosa
    16. Juni 2016 at 7:23 (1 Jahr ago)

    passt ja wirklich wie die Faust aufs Auge zu meinem Beitrag „gibt es heutzutage überhaupt noch die wahre Liebe“.
    Toller Beitrag, sehr lesenswert!

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    • Anni Hydrogenperoxid
      16. Juni 2016 at 8:13 (1 Jahr ago)

      Oh den muss ich mir nacher gleich ansehen 🙂

      Antworten
  8. K.ro
    16. Juni 2016 at 7:37 (1 Jahr ago)

    Ich würde es auch nicht beziehungsunfähig nenne eher unfähig Kompromisse ein zu gehen und wachsender Egoismus.
    Ich sehs in meine Freundeskreis, dass vorwiegend Frauen immer weniger bereit dazu sind Kompromisse zu machen und einfach mal zurück zu stecken. weil sie sich sonst gleich wieder nicht gleichberechtigt fühlen.
    Vor einiger Zeit hab ich in irgend einem Forum auch gelesen „Wenn ein Kerl dich nicht nach 3 Jahren geheiratet hat dann schieß in ab, der ist es nicht wert“.
    Der ganze Thread drehte sich von seitens der Eröffnerin nur darum dass man als Frau seinen Dickschädel durchsetzen muss wenn man heiraten will und dass ein Mann, der einen nicht heiraten möchte, nichts taugt, egal wie ehrlich und aufrichtig man sich Gegenseitig liebt, wenn man nach 3 Jahren nicht verheiratet ist muss man es beenden.
    Das war so ein richtiges Kopf-Tisch-Ding für mich.
    Heiraten ist für viele wichtig, besonders für Frauen, aber wie kann man so nen dämlichen Wisch über eine eigentlich gut funktionierende Beziehung stellen?!

    Aber allgemein werden alle immer egoistischer was eben zu dieser Ausrede „Beziehungsunfähig“ führt.
    Aus der kleinsten Mücke wird ein T-Rex gemacht und da ist mir schon klar warum immer mehr zu dieser Ausrede greifen. Sie haben keinen Bock sich mit jemandem zu einigen und einen Mittelweg zu finden, Toleranz und Kompromissbereitschaft zu zeigen. Nein, man muss seinen Willen zu 100% durchsetzen und fertig.
    Frauen an die Macht und dann aber heulen weil kein Mensch es mit nem zickigen Weib und ihrem riesen Egoismus aushält….

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  9. T.
    16. Juni 2016 at 7:46 (1 Jahr ago)

    Super Beitrag! Mehr ist dazu auch gar nicht zu sagen 🙂

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  10. Vanessa
    20. Juni 2016 at 21:07 (1 Jahr ago)

    Ein wirklich interessantes Thema, welches ich immer gerne diskutiere. Ich denke es hat sich im Wandel der Zeit auch einfach vieles geändert. Die Gesellschaft hat sich eben größtenteils zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt, alles verliert an Wert, nicht nur materielle Dinge, sondern eben auch zwischenmenschliche.
    Eine Beziehung ist eben Arbeit, es kann nicht immer nur schöne Momente geben. Schlechte Zeiten sind auch wichtig, daran reift man, daran wächst man, man lernt daraus. Man kann diese Zeit zusammen meistern und danach ist man sich näher als vorher. Meiner Meinung nach ein sehr sehr schönes Gefühl. Eine Beziehung steht aus Intimität, körperlich, aber auch der Seelenstriptease. Man kennt sich, die guten und die schlechten Seiten. Und ist das nicht das schöne? Da ist ein Mensch, der einen liebt, obwohl er deine Schwächen und Macken kennt, weil er dich eben genauso mag wie du bist.
    Meine Beziehung ist nicht immer einfach, es gibt Zeiten da streiten wir viel, aber dann kommen auch wieder Zeiten, wo wir fast nur lachen. Eine Beziehung gibt so viel, das würde ich für etwas mehr Freiraum nicht hergeben, zumal man sich ja auch in einer Beziehung den nötigen Freiraum schaffen kann.

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  11. Julia (Single in der Großstadt)
    29. Januar 2017 at 21:17 (7 Monaten ago)

    In einigen Punkten stimme ich Dir zu, aber bei der Unabhängigkeit, ist nicht das Heimchen am Herd gemeint, sondern etwas ganz anders. Da die meisten Menschen die Liebe total falsch interpretieren, ist es kein Wunder, dass es immer mehr Trennungen und mehr unglückliche Beziehungen, nach dem Zeitwandel gibt. Wir brauchen einander nicht mehr, man ist nicht aufeinander angewiesen, wie in den Fünfziger Jahren. Dank dem Herrn Nast, wurde einfach mal ein Stempel aufgedrückt – BEZIEHUNGSUNFÄHIG. Es ist viel mehr Generation im UMBRUCH ähnlich wie damals beim Rock‘ n Roll. Viele idealisieren die Liebe, dabei hat man ungefähr nur ein Jahr diese großen Gefühle – VERLIEBTHEITSPHASE. Danach ist es nur noch wichtig eine tiefe neurale VERBINDUNG aufzubauen, die entsteht durch gemeinsame schöne Momente, auch ein Grund weswegen Alltag tödlich ist. Kompromisse (freiwilliges Entgegenkommen ohne von dem anderen etwas zu verlangen) werden oft mit emotionaler Erpressung verwechselt (von jemanden etwas zu verlangen) Optimal, sich Gegenseitig so akzeptieren wie man ist, jeder möchte seiner Selbst geliebt werden. Selbstreflexion können die wenigsten, sie sind zwar der Meinung sie können das, aber das lernt man erst, wenn man sich ausgiebig mit Psychologie auseinander gesetzt hat. Klar ist man als Single unabhängiger, man kann spontan übermorgen mit ner Freundin verreisen, einen Job in einer anderen Stadt, Land oder Kontinent annehmen. Sich zurückziehen und nur auf sich selbst fokussieren. Jemanden Fremdes küssen, weil der Moment gerade passt. Um sich selbst zu finden, muss man sich erst einmal verlieren. Nach einer Trennung haben viele keine Lust auf einen Partner und wollen für eine Weile nur ICH sein. Das WIR ist nicht mehr zeitgemäß und auch der Grund für die Trennungen. Es ist ein einanderreiben, Biegen und Brechen, um auf einen Nenner zu kommen. Dabei ist es doch viel schöner das Anderssein, die vielen Facetten des Partners zu akzeptieren. Gemeinsam frei sein, sich zu entfalten, einander die Träume unterstützen, das ICH&ICH. Beziehungen sind nicht kompliziert, man macht es sich kompliziert, weil man irgendwelchen Idealen hinterher rennt. Aber Ideale sind nur ideal, wenn sie sich ideal für beide anfühlen.

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