Wann gab es eigentlich das letzte mal Cat Content auf meinem Blog? Das ist definitiv schon eine Weile her würde ich sagen. Heute gibt es also wieder süße Katzenbilder mit einem etwas ernsteren Thema, jenseits von „Ach die sind ja süß“.

Ich liebe meine Katzen und würde sie für nichts in der Welt eintauschen wollen, sie geholt zu haben, war für mich eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Immer wieder bekomme ich Besuch von Freunden und Bekannten, denen sofort das Herz aufgeht, wenn sie die zwei Fellnasen sehen. Sie sind total verzückt, wenn sie realisieren, wie verschmust die beiden sind und dass man ihnen auch als Unbekannter den Bauch streicheln darf. Oft sind die gequitschen Laute der Freude, direkt gefolgt von Sprüchen wie „Ach ich hätte auch gerne eine Katze“ oder „Katzen sind ja so selbstständig, die brauchen ja nichts, irgendwann hole ich mir auch eine“. Früher habe ich auch so gedacht um ehrlich zu sein. Aber seit ich die Verantwortung für meine zwei Katzen habe, habe ich schnell realisieren dürfen, was für eine Verantwortung damit einhergeht, was man alles beachten muss und ja auch auf was man manchmal verzichten muss.
Daher mal einige Punkte zum Thema Katzen, die oft gar nicht bedacht werden, weil man sich von den schönen Katzenaugen verzaubern lässt.

#01 Urlaub

In der Urlaubszeit rollen sich jedem Tierliebhaber die Zehen hoch. Immer wieder hört man von ausgesetzten Haustieren, die an irgendeiner Raststätte abgestellt oder angeleint wurden. Für mich unvorstellbar, aber es ist etwas was viele Menschen nicht berücksichtigen. Wohin mit meinen Katzen, wenn ich mir in Italien die Sonne auf den Kopf knallen lassen will? Einige Personen haben das Glück, dass vielleicht Freunde oder Verwandte nach ihren Lieblingen sehen können, aber auch diese Personen muss man vorher fragen. Eventuell haben sie ja selber was vor. In unserem Fall ist das nicht möglich. Unsere Freunde sind in den Ferien selber immer weg und unsere Familien wohnen hunderte Kilometer entfernt. Für uns ist es unmöglich mal ganz kurzfristig in den Urlaub oder auf einen Wochenendtrip zu gehen. Wir haben niemanden, dem wir unsere Katzen so kurzfristig anvertrauen könnten. Und ein Tierhotel kommt für uns nicht in Frage. Irgendwann haben wir eine Katzensitterin gefunden, die sehr gewissenhaft auf die Miezen und unsere Wohnung aufpasst, während wir weg sind. Aber diese Suche war lang und auch voller Flops.

#02 Und dann war sie krank

Tiere kosten Geld, das ist keine Frage, das ist einfach Fakt. Wer sich auf ein Tier einlässt, muss mit Kosten rechnen. Klar plant man von Anfang an die typischen Tierarztkosten wie Impfen, Entwurmen und Kastration ein, aber manchmal kann es auch ganz anders kommen als geplant. Viele Menschen holen sie Katzen und denken sich „Ach, die ist ja noch klein, wenn sie wirklich krank wird, gehen sicher noch einige Jahre vorbei„. Aber glaubt mir, Katzen geben nicht viel auf eure Planung. Eines morgens bin ich aufgewacht und Luzian ist gehumpelt. Beim Arzt stellte sich heraus, dass er beim Landen so blöd aufgekommen ist, dass sich sein Hüftband verschoben hatte. Eines morgens hat Katjuscha beim Spielen die Kurve nicht bekommen und ist gegen die Wand gedonnert, daraufhin haben sich ihre Augen nicht mehr eingestellt und eine Pupille war riesig, währen die andere sehr schmal war. Diese kleinen (zum Glück nicht schlimmen) Wehwehchen sind nicht eingeplant, aber sie passieren manchmal einfach. Und dann muss man das Geld für den Tierarzt auf der hohen Kante haben. Ich habe inzwischen eine kleine Tierarztkasse in die regelmäßig Kleingeld wandert oder das Geld aus der Haushaltskasse, dass am Ende des Monats übrig bleibt. So haben wir immer einen kleinen finanziellen Puffer, falls es mal wieder heißt „Ab zum Tierarzt„.

#03 1+1 = 2

Du hast alles geplant, du bist bereit und bist auf dem Weg deine Katze abzuholen. Die Finanzen sind überprüft und alles passt für deinen neuen Mitbewohner. Das ist wirklich schön für dich. Aber entgegen der allgemeinen Erwartung sind Katzen gar keine Einzelgänger. So ging es uns nämlich um ehrlich zu sein. Wir wollten zu Beginn nur eine Katze, aber nach einer kurzen Recherche wurde uns klar, dass man Wohnungskatzen auf keinen Fall alleine halten sollte. Daran hatten wir nicht gedacht und mussten dann schnell umplanen, nochmal mit dem Vermieter Rücksprache halten und und und.  Macht es nicht wie wir, sondern recherchiert bevor ihr eine Entscheidung trefft, wir konnten noch gut umplanen und so beiden Fellnasen ein schönes zu Hause geben.

#04 Wohnung finden und einrichten

Euer aktueller Vermieter hat euren Katzenwunsch abgesegnet, super. Aber reden wir mal Tacheles. Es ist überraschend schwer eine Wohnung zu finden, wenn man bei der Wohnungsbesichtigung die Tiere erwähnt. Viele Vermieter sehen in Katzen nur kleine Biester, deren einziges Ziel es ist die Tapete abzureißen (was manchmal durchaus stimmt). Es gibt mehrere Rechtsprechungen im Bereich Katzen und Mietrecht. Grundsätzlich dürfen Katzen nicht einfach so verboten werden, es sei denn es sind sieben Stück. Aber trotzdem können Vermieter euch nach der Besichtigung die rote Karte zeigen und euch absagen unter dem Deckmantel eines anderen Grundes. In einer eher ländlichen Gegend wie bei uns waren Katzen nie ein Diskussionsgrund, aber in Großstädten könnt ihr durchaus Pech haben.

Aber nicht nur die Wohnungssuche kann tricky sein, ihr müsst eure Wohnung auch Katzensicher machen. Falls ihr einen Balkon habt, solltet ihr diesen unbedingt mit einem Katzennetz sichern. Auch solltet ihr ab dem Zeitpunkt des Einzugs der Katzen besonders auf gekippte Fenster achten, oder diese zusätzlich sichern durch ein Gitter.
Auch eure Dekoration ist ab jetzt Freiwild. Ich kann euch nur empfehlen eure liebsten Stücke zu beschweren oder nicht zu sehr an ihnen zu hängen. Wenn eure Katzen Springen und Toben kann hin und wieder etwas zu Bruch gehen und dass ist auch in Ordnung. Ach und achtet auch auf eure Pflanzenwahl. Wenn ihr nicht wollt, dass eure Fellnasen sich selber vergiften oder Durchfall bekommen solltet ihr hier besonders viel recherchieren. Ihr liebt diese kleine Drachenpalme? Tja eure Katzen auch, also hängt sie sehr hoch oder verabschiedet euch.

#05 Fusselrollen – HAARE EVERYWHERE

Das mag bei uns vielleicht ein größerer Punkt sein, weil Luzian und Katjuscha Langhaarkatzen sind, aber wir haben einen ungemein hohen Verbrauch an Fusselrollen. Bei Ikea decke ich mich zweimal im Jahr mit einem riesigen Vorrat ein und bunkere sie in der Garderobe. Alles was wir besitzen ist voller Haare. Die Couch, das Bett, die Decken unsere Klamotten – einfach ALLES. Wenn ich morgens mal verschlafen in die Uni kam und wieder die Fusselrolle vergessen habe, durfte ich mir öfters anhören, dass ich eine verrückte Katzenlady bin. Aber den Ruf hab ich eh weg.

Olli und ich habe beide Fusselrollen im Auto, weil es ein Fass ohne Boden ist, wenn wir versuchen uns in der Wohnung zu entfusseln. Und gewöhnt euch schonmal an, dass ihr öfters saugen müsst. Und mit öfters meine ich täglich, wenn ihr nicht nachts an Katzenhaaren ersticken wollt. Aber ein Positives hat es, falls ihr jemanden kennt den ihr nicht mögt und diese Person zufällig eine Katzenhaarallergie hat, könnt ihr euch immer auf das Katzen Alibi berufen.

#06 Das alles widerstandlos hinnehmen, weil man sie liebt

 

7 Comments on Katzen sind nicht nur kuschlig

  1. Héloise
    31. Juli 2017 at 20:08 (3 Wochen ago)

    Schöner Post! Ich hatte früher als Teenager auch eine Katze, die hat es aber geliebt, draußen zu sein, und wollte nie lange im Haus bleiben. Gibt es eigentlich sowas wie eine Krankenversicherung für Tiere? =)
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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    • Anni Hydrogenperoxid
      31. Juli 2017 at 20:28 (3 Wochen ago)

      Ja so Krankenversicherungen gibt es tatsächlich.
      Aber was man da monatlich investiert rechnet sich einfach nicht im Vergleich zu dem was dann wirklich abgedeckt wird. Daher zahl ich den Arzt lieber aus eigener Tasche 🙂

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  2. Mona
    31. Juli 2017 at 21:35 (3 Wochen ago)

    Wirklich schöner Post und ich kann jeden Punkt nur unterschreiben. Ich möchte meine Katze und meinen Hund um nichts eintauschen, aber es ist eben auch eine große Verantwortung, die man eingeht und der finanzielle Aspekt darf auch nicht außer Acht gelassen werden.
    Liebe Grüße, Mona

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  3. Nicci
    31. Juli 2017 at 23:08 (3 Wochen ago)

    Sehr gut auf den Punkt gebracht. Katzen sind eben nicht nur kleine Wesen, die sich um sich selbst kümmern.

    Ich habe zuerst den Fehler gemacht mit einer Katze und erst zwei Jahre später die zweite dazu geholt. Ich kann dir sagen, dass war ein Kampf am Anfang – aber bin mittlerweile mehr als zufrieden mit dieser Entscheidung!

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  4. Jessy
    1. August 2017 at 15:38 (3 Wochen ago)

    Ein toller Beitrag liebe Anni. Ich habe selbst zwei Katzen und kann mich in so vielen deiner Punkte wiederfinden. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie viele Seiten eine Katze haben kann und wie unterschiedlich die kleinen Schmuselöwen sein können.

    Liebe Grüße Jessy von Kleidermaedchen Modeblog

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  5. Andrea
    2. August 2017 at 12:59 (3 Wochen ago)

    Gerade bei der Wohnungssuche ist es oftmals kompliziert -und beim Urlaub. Aber was tut man nicht alles für die liebsten Fellnasen. <3

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  6. sophias.kleine.welt
    2. August 2017 at 20:29 (3 Wochen ago)

    Das ist ja mal ein richtig toller Post und die Fotos sind unfassbar süß. Wir haben auch zwei Jungs zu Hause und ich möchte auf die beiden nicht mehr verzichten. Natürlich sollte man sich vor der Anschaffung viele Gedanken machen und alle Vor- und Nachteile abwiegen. Manchmal muss man dieses „Haben, Haben, Haben“ denken abstellen. Es sind Lebewesen die man nicht einfach so abschieben kann (im Normalfall) wenn es mal unbequem wird.

    Liebe Grüße
    Sophia
    http://sophiaskleinewelt04.blogspot.de/

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