Kennt ihr diese Bücher bei denen ihr gar nicht so viel erwartet und dann ziehen sie euch voll und ganz in ihren Bann. Ihr könnt es nicht mehr weglegen und es nimmt euch einfach komplett ein? Ja so ging es mir nämlich mit Still Alice.

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Titel: Still Alice
Autor: Lisa Genova
Verlag
: Bastei Lübbe
Veröffentlicht: 2007 (engl.)
Seitenzahl: 316 Seiten
Verfilmung: Still Alice (2014)

 

Offizieller Klappentext:

Als Alice erfährt, dass sie an der Alzheimer-Krankheit leidet, kann sie es erst gar nicht fassen. Sie ist doch erst fünfzig! Machtlos muss sie dabei zusehen, wie die Erinnerungen ihr mehr und mehr entgleiten. Wie soll sie sich in ihrem eigenen Leben zurechtfinden? Mit beeindruckendem Mut stellt sie sich einer Zukunft, in der vieles nicht mehr da ist und doch etwas bleibt: die Liebe.

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Meine 50 Cent

Alice Howlands ist eine anerkannte Linguistik Professorin, Ehefrau und Mutter von drei Kindern. Wir lernen sie in diesem Buch als starke unabhängige Frau kennen, die scheinbar alles erreichen kann.  Doch schon bald merkt sie, dass sie immer wieder Kleinigkeiten vergisst, verwirrt ist und die Orientierung verliert. Ein Arztbesuch bringt die traurige Ernüchterungen. Frühzeitiger Alzheimer.

Die Krankheit, die sie zu Beginn noch verheimlicht fordert im Buch immer mehr seinen Tribut. Sie verpasst Vorlesungen, verirrt sich beim Joggen und verliert nicht nur ihr Gedächtnis, sondern auch nach und nach ihre eigene starke Persönlichkeit. Die Professorin Alice Howlands verschwindet immer mehr und an ihre Stelle tritt Alice, die Alzheimer-Erkrankte. Der Leser wird mit auf diese melancholische Reise genommen und kann miterleben wie Alice unter dieser Krankheit leidet und zerbricht. Ein besonders wichtiger Teil dieses Buches ist auch die zwischenmenschliche Komponente. Alice Familie hat einen wichtigen Platz in dieser Erzählung. Ihr Ehemann, der genau wie sie mit den Folgen kämpfen muss, die drei Kinder, die zu 50% das selbe Alzheimer Gen vererbt bekommen haben. Man merkt schnell, dass die Krankheit einem mehr nimmt als nur die Erinnerungen. Aber gleichzeitig vermittelt einem das Buch auch, dass eine Familie, die sich an manchen Stellen vielleicht auseinander gelebt hat, durch so einen Schicksalsschlag wieder enger zusammenwachsen kann.

Auch wenn Still Alice ein sehr erwachsenes Buch ist und gerne mit Fachwörtern um sich wirft  hat das Lesen selber Spaß gemacht. Man kann sich sehr leicht auf das Buch einlassen und auch komplexe Zusammenhänge bezüglich der Krankheit sind für den Leser verständlich geschildert. Das finde ich bei so einem Buch einfach besonders wichtig, da man ansonsten schnell die Lust daran verliert, wenn das Verständnis fehlt. Das ist hier gar nicht der Fall. Ein weiterer positiver Punkt ist der Schreibstil – die Autorin schafft es, dass wir als Leser selber das Gefühl der Verwirrtheit und des Vergessens miterleben können. Sobald Alice von ihrem Verfall erfährt schreibt sie sich eine Liste mit Fragen, die sie sich immer wieder beantwortet. Die Antworten fallen von mal zu mal, knapper, weniger ausführlich und sogar falsch aus. So bekommt man das Gefühl einen Blick in den Kopf der Hauptcharakterin zu bekommen.

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Still Alice ist ein Buch dass bei mir als Leser noch lange nachgewirkt hat, ich konnte es nicht einfach zurück ins Regal legen und gleich das Nächste Buch beginnen. Ich habe noch lange darüber nachdenken müssen und meine Gefühle verarbeiten müssen. Ein Buch dass mich wirklich mitgenommen hat, ich habe so laut geweint, dass mein Freund aufgewacht ist um mich zu trösten. Lisa Genova schafft es eine so ernste Krankheit ehrlich und ungeschönt darzustellen, so dass der Leser auch ohne Vorkenntnisse den Verlauf und Ursachen, sowie Behandlungen versteht und nachvollziehen kann. Gleichzeitig hebt sie in ihrem Buch auch den Wert der Familie hervor und zeigt ganz offen wie eine solche Krankheit nicht nur dem Betroffenen zusetzt sondern auch seinem direkten Umfeld. Still Alice bekommt von mir ohne Abzüge 5 Sterne und ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen.

4 Comments on Rezension | Still Alice

  1. Elisabeth
    12. August 2016 at 12:39 (1 Jahr ago)

    Das Buch klingt toll, wenn auch sehr mitreißend (The fault in our stars hat mich ernsthaft zerstört^^). Ich habe frühzeitiges Alzheimer bei einer Nachbarin miterlebt, die mit Mitte 40 auch komplett aus dem Leben gerissen wurde, das war wirklich krass 🙁

    Antworten
  2. Vanessa
    12. August 2016 at 15:16 (1 Jahr ago)

    Ich habe den Kinofilm zu Still Alice gesehen und war genauso gerührt wie du. Ich konnte mit dem Weinen gar nicht mehr aufhören 🙁
    Es hat mir einfach das Herz gebrochen zu sehen wie hilflos man gegen Alzheimer ist, und wie es das Leben aller beteiligten verändert.

    Antworten
  3. Michelle
    12. August 2016 at 15:41 (1 Jahr ago)

    Ganz tolle Review! Liebe Grüße

    Antworten
  4. Mona
    12. August 2016 at 15:43 (1 Jahr ago)

    Ich habe lange überlegt ob ich den Film schaue oder das Buch lese, ich glaube ich werde das Buch lesen 🙂
    Liebe Grüße, Mona

    Antworten

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