Der Pfänder in Bregenz

Ich kann eigentlich behaupten, dass ich dort wohne wo andere Leute Urlaub machen. Mit dem Auto bin ich in kürzester Zeit im Allgäu, am Bodensee oder allgemein auf dem Land. Dieses Jahr habe ich eine Sache realisiert: Man muss nicht immer mit dem Flugzeug in den Urlaub fahren, wenn man die eigene Umgebung noch nicht richtig entdeckt hat.

Ich gehe gerne in den Urlaub, aber Urlaub kostet Geld und benötigt Zeit, die ich nicht immer habe. Trotzdem gibt es Tage oder Wochenenden an denen man einfach abschalten und das Urlaubsfeeling bekommen möchte. Ich lebe hier nun seit knapp 5 Jahren und um ehrlich zu sein habe ich nicht mal ein Viertel, von dem gesehen, für was andere hier her fahren. Daher ist einer meiner Vorsätze für dieses Jahr, die Umgebung zu entdecken und einfach mal Sehenswürdigkeiten abzuklappern und Aktivitäten zu machen. Man muss nicht immer in ein anderes Land fahren, wenn es hier so einiges zu entdecken gibt. Ironischerweise schreibe ich heute direkt über einen Spot in Österreich, aber ich bin nunmal in 30 Minuten über der Grenze, daher sagen wir einfach, ich will alles Mögliche rund um den Bodensee entdecken. Meine Liste, was ich diesen Sommer alles unternehmen will ist ellenlang geworden um ehrlich zu sein. Aber ich freue mich schon richtig darauf und auch darauf euch daran teilhaben zu lassen. 

Der Pfänder in Österreich

Vor zwei Wochen haben mein Freund und ich uns entschieden und mal am Wandern zu probieren, da wir so günstig wohnen, konnten wir aus vielen Orten aussuchen und entschieden uns für den Pfänder in Bregenz. Mit dem Auto sind das für uns knapp 30 Minuten und nach kurzer Recherche fanden wir viele Wanderstrecken für blutige Anfänger. Also war die Entscheidung schnell gefallen. An diesem Tag habe ich viele Impressionen gesammelt, die ich heute mit euch teilen möchte. 

Wandern

Wir haben uns an diesem Tag gegen die Pfänderbahn entschieden und wollten auf den Pfänder hoch wandern und auch wieder runter wandern. Das war unser Ziel für diesen Tag. Wir haben uns zuvor über die Wanderwege online informiert (Bergwelten und Pfänder). Es gibt verschiedene Wege für Anfänger und auch für Fortgeschrittene Wanderer. Da wir absolute blutige Wanderanfänger sind, haben wir uns eine leichte Strecke mit knapp 8km ausgesucht. Allerdings haben wir uns unterwegs etwas verlaufen und sind aus Versehen auf einem fortgeschrittenen Weg gelandet. Aus 8km wurden dann kurz mal 12km. Das war definitiv auch machbar, aber an manchen Stellen musste ich wirklich kämpfen weiterzugehen. Die Strecken sind manchmal sehr steil, haben so manches Gefälle oder Absätze. Also am Besten greift ihr hier auch auf richtiges Wanderschuhwerk zurück. 

Die meiste Zeit wandert man direkt durch den Wald und hier sollte man die Augen offen halten. Nicht unbedingt weil man Stürzen könnte, sondern weil überall schöne Dinge zu sehen sind. Manchmal sieht man den Bodensee zwischen den Bäumen, kleine Bachläufe, die aus dem Stein fließen. Wildblumen, verworrene Wurzeln und einfach ein Stückchen wunderschöne Natur. Einfach mal Abschalten ist hier das Motto und auf den eigenen Körper hören. 

Zwischenzeitlich wandert man auch über Bergweiden und kommt an Almhütten und Bauernhöfen vorbei. Achtet hier auch auf eure Umgebung, die dort wohnhaften Personen, haben nämlich hin und wieder kleine Aufmerksamkeiten für Wanderer. Das kann selbstgemachter Holundersaft sein oder auch selbstgebrannter Schnaps. 

Pfänderbahn

Wer nicht wandern möchte oder kann, hat natürlich auch die Möglichkeit mit der Pfänderbahn innerhalb von 6 Minuten zum Gipfel zu fahren. Die Gondeln fahren von 8 Uhr bis 19 Uhr zu jeder halben und vollen Stunde, wenn viel los ist, ändern sich auch die Abfahrten je nach Bedarf. Für 13€ kann eine erwachsene Person nach oben und nach unten fahren. In meinen Augen ein fairer Preis, vor allem da man noch zusätzlich 3 Stunden kostenlos im Parkhaus bekommt.  Die Bahn ist übrigens barrierefrei.

Alpenwildpark und Aussicht

Wenn man dann erstmal oben angelangt ist, kann man sich auf die Schulter klopfen und auf dem Aussichtspunkt ausspannen und die Aussicht genießen.  Der Pfänder ragt knapp 1064 Meter direkt neben dem Bodensee in Österreich auf. Damit habt ihr eine gigantischen Ausblick auf den kompletten Bodensee, auf alle drei Länder (Deutschland, Schweiz und Österreich) und auf insgesamt 240 Alpengipfel. Bergpanorama und Seepanorama, also ist für jeden etwas dabei. 

Vor Ort gibt es natürlich auch Restaurants, in denen ihr euch etwas gönnen könnt, ich würde aber empfehlen etwas mitzunehmen, da es doch ein Touristenspot ist. Aber wer trotzdem bei der Aussicht etwas essen will kann wählen zwischen dem Berghaus Pfänder, der Pfänderdohle und der Pfänderspitze. 

Oben auf dem Gipfel wartet aber auch ein Alpenwildpark auf euch. Dort leben einige Arten der dort heimischen Tierarten, wie z.B. Steinböcke, Rothirsche, Mufflons oder Wildschweine. Der Eintritt in diesen kleinen Park ist kostenlos und man kann sich ausgiebig über die dort lebenden Tiere informieren. 

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11 Kommentare

  1. 25. April 2018 / 14:50

    Ein total schöner Beitrag! Ich finde es super, dass du deine Heimat erkunden möchtest, auch ich habe mir das vorgenommen! Und es stimmt, man muss nicht immer weit fort reisen, um Entspannung zu finden, oft gibt es so schöne Orte in der Nähe 🙂

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

  2. 25. April 2018 / 15:15

    ich kann dir direkt nur zustimmen meine liebe Anni, denn wir haben um uns herum so schönen Regionen, die oft unter all dem Fernreise-Fernweh in den Hintergrund geraten …

    auf deine Nähe zum Bodensee könnte ich glatt neidisch werden 😉
    diese Gegend in den Bergen ist aber auch sehr schön und idyllisch!

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

  3. 25. April 2018 / 15:20

    Hallo,

    in Bregenz war ich auch schon mal. Aber eher unten 😉 Ich bin mehr der Wasser Typ als dass ich es mit Höhe habe… Aber die Bilder sind schon Atemberaubend!!!
    Danke dafür!

    Liebe Grüße,
    Verena

  4. Marion
    25. April 2018 / 15:30

    Ist es nicht verrückt? Man kennt Mallorca wie seine Westentasche, doch 1000 Meter vor der eigenen Haustüre hört die Ortskenntnis auf. Bei dir nicht! Find ich schön.

  5. 25. April 2018 / 15:31

    Wenn ich deine Bilder sehe, kommt richtig Urlaubsstimmung auf, ich bin auch mal wieder reif für die Insel. Oder reif für den Berg? In Österreich war ich schon Ewigkeiten nicht mehr. Höchste Zeit, das mit auf meine Travel-Bucket-List zu schreiben 😉 Liebe Grüße, Carla

  6. nici
    25. April 2018 / 17:51

    Hihi, dann weiß ich ja, wo ich hinfahren kann ^^.
    Kann man dich echt beneiden.. Das wäre auch ein Ort, bei denen ich leben würde. Allerdings ist das hier anderes. Stadt, wenig Grün *Zumindest in meinen Augen*. Ich liebe es zu Wandern, hier jedoch hat man nur die Möglichkeit an den Fahrradwegen zu spatzieren, was natürlich auch mal schön sein kann. Aber einen großen See, Berge oder einen richtigen großen Wald, den gibt es hier nicht gleich um die Ecke.

    Alles liebe

  7. 25. April 2018 / 20:17

    Sehr sehr schöne Eindrücke sind das. Danke für diesen tollen Beitrag. Ich persönlich liebe es ja zu wandern – vor allem in Südtirol. Den Wandertipp hier schreibe ich mir aber gleich auf meine Do-To-Liste 😉 Es ist schön zu wissen, dass Erholung nicht bedeutet mit dem Flugzeug an den Strand zu fliegen, sondern den Urlaub eigentlich direkt vor seiner Nase zu haben. In Berlin dürfte dies etwas schwierig werden – weswegen ich jetzt gerade bei den Bildern etwas neidisch werde 😉 8 – 12 Km sind für den Anfang gar nicht so übel *Hut ab*. An guten Wander-Wettertagen und abhängig von der Route laufen wir auch so zwischen 10-20 Km. Also Respekt, dass eure erste (?) Route so lang war.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Sophia

    • Anni Hydrogenperoxid
      25. April 2018 / 21:01

      Zu meiner Verteidigung: Ich laufe viel und gern. Nur bisher eben nicht unbedingt Bergauf und über Stock und Stein, daher war die Kondition schon etwas verbessert dafür 🙂 Aber voll gut zu wissen, dass wir da schon voll im Rahmen sind. Das nächste Mal nur ohne so viele Pausen. Manche Steigung hat mich nämlich schon an den Rand des Wahnsinns gebracht haha

  8. 25. April 2018 / 20:53

    Ich war schon 2mal am wunderschönen Bodensee im Urlaub und mit der Pfänderbahn sind wir auch gefahren – herrlich!

  9. 1. Mai 2018 / 7:57

    Wow!
    Ich muss zugeben, ich war immer ein Naturkind aber wandern oder Berge war nie so meins. Doch mittlerweile bin ich in die Eifel gezogen, wohne selber in den Bergen und der Natur und ich kann und will es nicht mehr missen.
    Die EIndrücke sind so wundervoll. Wow – fühlt sich an wie ein virtueller Mini-Urluab.

    schau gerne auf meinem BLOG vorbei und auf INSTAGRAM

  10. 2. Mai 2018 / 12:58

    Sehr schöner Artikel und ja, die Bodensee-Region lohnt sich auf alle Fälle. War letztes Jahr mit meiner Familie im Sommerurlaub dort und haben 2 wunderschöne Wochen dirt verbracht. Um alles anzusehen hat die Zeit nicht gereicht und wie mir der Beitrag zeigt, haben wir längst nicht alles gesehen…;-) Wird aber sicher mal nachgeholt!
    Schöne Grüße Thomas

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