KW 19 | Ich denke zuviel

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Ich denke zuviel. Ich meine damit nicht, dass ich den lieben langen Tag über sinnvolle und tiefgründige Dinge, die die Welt bewegen, nachdenke. Ich meine damit eher den ganz normalen Alltag. Gehe ich jetzt Links oder Rechts. Hm hm hm welcher Weg ist kürzer, welcher ist sinnvoller. Und in der Zeit in der ich darüber nachdenke bin ich schon minimum gegen drei Straßenposten gelaufen und habe mehr Zeit verloren als wenn ich irgendeinen Weg gegangen wäre.

Ich bin unsicher, es gibt Tage an denen stehe ich auf und weiß genau wo mich mein heutiger Tag hinführen wird. Aber an anderen Tagen – und diese Tage repräsentieren definitiv die Mehrheit – überfordern mich die simpelsten Entscheidungen. Früher konnte ich alles aus dem Bauch heraus entscheiden und habe erst danach mal überlegt was ich gerade getan habe. Aber das war definitiv leichter. Einfach mit dem Kopf durch die Wand und mit dem Leben mitkommen. Aber inzwischen zerdenke ich alles. Teilweise bin ich richtig abwesend um eine Entscheidung treffen zu können, davor wurde natürlich jede Eventualität mit dem entsprechenden Verlauf innerlich durchgegangen. Das frisst natürlich Zeit und wirklich glücklich bin ich danach auch nicht, eher ausgelaugt. Und wirklich Lust die Entscheidung dann umzusetzen bleibt auch nicht mehr, es ist eben alles kaputt gedacht worden. Frei nach dem Motto : Was wäre wenn?!
Das habe ich davon wenn ich versuche immer an alles strategisch ranzugehen, wenn manche Dinge besser spontan entscheidet.

Ich „verdenke“ mein Leben. Hin und wieder über etwas Nachdenken ist eine gute Sache, aber manchmal sollte ich einige Entscheidungen einfach aus dem Bauch heraus treffen und einfach MACHEN. Warten und überlegen kann ich auch wenn ich tot bin. Also im metaphorischen Sinne. Das Leben und die Zeit warten nicht auf mich, bis ich eine Entscheidung getroffen hab. Alles geht gnadenlos weiter, während ich zurückbleibe und immer noch darüber nachdenke ob ich nun lieber Leitungswasser oder Sprudel trinken möchte. Natürlich lässt sich das nun auch auf ernsthaftere Entscheidungen anwenden, aber das Prinzip ist klar.  Ich muss einfach mein Leben leben und nicht abwarten. Irgendwann kommt eine Chance und ich lasse sie an mir vorbeigleiten, weil ich noch mit Nachdenken beschäftigt bin ob das nun wirklich DIE Chance ist. Mal sehen wie gut ich in der Lage bin, zu versuchen dieses Vorhaben umzusetzen. Aber Einsicht ist der beste Weg.

don´t wait

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4 Kommentare

  1. 10. Mai 2015 / 13:32

    Ein Post ganz nach meinem Geschmack. Geht mir nämlich ganz genauso. Ich denke auch immer zu viel nach. Oft genug auch zurück, ob ich zu Zeitpunkt xy die richtige Entscheidung getroffen habe, was anders sein könnte, wenn ich statt Weg A doch lieber Weg B gewählt hätte und so weiter.
    Und währendessen vergeudet man wertvolle Zeit durch sinnloses nachdenken. Denn selbst wenn sich rausstellen sollte, dass irgendeine Entscheidung in der Vergangenheit vielleicht nicht die Beste war – zurückdrehen lässt sich die Zeit trotzdem nicht und man muss das Beste aus dem machen, was man nun hat.
    Ich arbeite auch noch an diesem Vorsatz und hoffe, dass ich irgendwie diese dämliche hin- und her Denkerei endgültig abstellen kann 😉

  2. 10. Mai 2015 / 19:48

    Danke dir 🙂
    Echt gut geschrieben und ich muss so sagen, dass es mir total oft auch so geht und das ich mir einfach über so wahnsinnig viele Sachen Gedanken mache und irgendwie manchmal auch das Gefühl habe, dass ich mein Leben “verdenke”.

    Liebe Grüße, Isa <3

  3. 11. Mai 2015 / 9:17

    “Nicht lang schnacken, Kopp in Nacken!”

    – Den Spruch versuche ich zu verinnerlichen. Vor allem bei Dingen, bei denen es sich gehört, den inneren Schweinehund zu besiegen. Ich hab dann immer ein Ziel vor Augen, bzw. versuche es mir vors Auge zu führen.

    Das dumme ist halt, dass das Gedankengänge sind, die so “Gewohnheit” sind. Was mir halt hilft ist – so dumm es auch klingt – inne halten. Ich stoppe und denk mir: Was machst du jetzt immer? Ah das. Nö, heute mal nicht! Heute machen wir das mal so.

    Es ist eine Ungewöhnungsphase und die braucht Zeit – denk ich mir.

    Tschakka – du machst das!

  4. 13. Mai 2015 / 18:25

    Ich habe diesen Post aufgrund des Titels angeklickt, denn: mir geht es wie dir.
    Viele Freunde sagen mir, dass zu viel Nachdenken keine schlechte Angewohnheit ist und dies einen herzlichen Menschen ausmacht. Aber für einen selbst ist diese ganze Denkerei über Alles und Jeden wirklich anstrengend. =/ 🙁

    Liebe Grüße aus Berlin
    Mareike <3 🙂

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