KW 38 | Über Ehrgeiz und Konkurrenzdruck

kw38Ich sitze hier und schreibe hochmotiviert Bewerbungen für mein kommendes Pflichtpraktikum. Ich habe zwar schon einige Vorstellungsgespräche schreibe aber munter an diesen Anschreiben.

Ich bin ein Mensch, der sich gerne auf jede Eventualität einstellt und gerne  auf jede Situation vorbereitet ist, daher schreibe ich gerade eben  einige mehr Bewerbungen als andere Freunde. Schon oft habe mich viele entsetzte Blicke getroffen: Was du schreibst so viele Bewerbungen? Für mich gibt es da eigentlich gar keinen Grund entsetzt zu sein. Ich bin in dieser Hinsicht einfach ehrgeizig und möchte den für mich perfekten Praktikumsplatz ergattern. Aber auch in anderen Lebenssituationen bin ich so ehrgeizig und motiviert.

Ich bin einfach ein Mensch, der sich wenn er einen Wunsch hat extrem dafür ins Zeug legt. Ob das nun Bewerbungen, Prüfungen oder andere Sachen sind. Auch wenn dieser Ehrgeiz im ersten Moment und auch im richtigen Maß sicher positiv ist übertreibe ich es oft damit.  Wenn Menschen mich nach meiner größten Schwäche fragen nenne ich oft diesen Ehrgeiz, daraufhin ernte ich oft nur ein müdes Lächeln. Frei nach dem Motto: Was für ein first world problem!
Aber leider ist es nicht nur ein kleines Problemchen sondern kann sich bei mir manchmal zu einem richtigen Druck mausern. Habe ich genug gemacht? Habe ich mich genug ins Zeug gelegt? Es gibt sicher soviel andere die besser sind als ich. Und zack! Rutsche ich von meinem Ehrgeiz in eine richtige Unsicherheit.  Und dank dieser kann es sein, dass ich manchmal bis tief in die Nacht wach bleibe um die Erwartungen, die ich selber an mich habe , zu erfüllen.  Die Angst zu wenig getan zu haben überkommt mich dann einfach und ist gepaart mit Konkurrenzdruck. Ich möchte mit allen anderen mithalten können und vergleiche mich am laufenden Band, dabei vergesse ich oft mal, dass ich in dem was ich tue nicht schlecht bin. Nein sogar richtig gut, aber es gibt  eben oft jemand der besser ist als jemand selber. Und genau das möchte ich dann nicht akzeptieren. Der gesunde Konkurrenzdruck wird dann zu extrem und ich mache soviel dass ich mir manchmal selber schade, obwohl ich genau weiß dass das von meiner Seite aus in diesem Ausmaß übertrieben ist.

Wer braucht schon Schlaf, ich lerne lieber noch ein zwei Stunden!

Nun sitze ich hier, tippe diesen Beitrag und muss selber grinsen während ich mein übertriebenes  Verhalten schildere. Ist es nicht ironisch, dass wir oft selber wissen, dass unser Verhalten einfach übertrieben ist, aber trotzdem fallen wir immer wieder in diese Gewohnheiten zurück? Trotzdem hat mich dieser Ehrgeiz schon oft sehr weit gebracht, daher will ich ihn gerne behalten, aber eben geringer ausgeprägt, die mich im Leben nicht einschränkt. Habt ihr auch manche Verhaltensmuster die ihr gerne ändern würdet oder eben etwas  schmälern würdet

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4 Kommentare

  1. 21. September 2014 / 12:37

    Das kenne ich soooo gut von mir. Einerseits bin ich stolz darauf so ehrgeizig zu sein. Andererseits ertappe ich mich oft dabei, wie ich super unzufrieden mit mir selbst bin, da eine Kommilitonin minimal besser ist als ich. Das ist dann schon wieder ungesund sich so schlecht deswegen zu fühlen und an sich zu zweifeln. Man kann einfach nicht immer die Beste sein. Das zu akzeptieren fällt mir aber sehr schwer.
    Ich habe mir aber auch fest vorgenommen nicht mehr so verbissen zu sein.
    Liebe Grüße,
    Pati

  2. 21. September 2014 / 14:48

    Das kenne ich zu gut! Ich möchte auch immer auf alles vorbereitet sein und lieber kein Risiko eingehen. Aber eigentlich ist es ja auch gut. Ich meine… So wirst du auch mal was erreichen und hast ein geordnetes Leben 🙂

    Aber denk dran.. gönn’ dir auch mal eine Pause 🙂

    Schönen Sonntag noch!

    Viele Grüße
    Kathi

  3. 22. September 2014 / 8:33

    Mmh, zu viel Ehrgeiz kenne ich auch, aber nicht in beruflichen Dingen, da hat mich das Leben anderes gelehrt ^^. Ich bin z.B. manchmal richtig verbissen und neige bissel zum Perfektionismus. An “schlimmen” Tagen kann ich mich sehr im Detail verlieren, weil ich eine bestimmte Reihenfolge will, etwas besonders toll machen (z.B. beim Handarbeiten), eine bestimmte Ordnung in den Dateien meines PCs möchte und gerade, wenn mit dem PC mal etwas ist, sei es, dass es ein Problem gibt oder sonstiges, ich gebe nicht eher Ruhe, bis es gelöst ist, egal, wie lange es dauert…ich höre nur auf, wenn ich außer Haus MUSS..ansonsten macht mich der Gedanke, dass da irgendwas nicht okay ist schon fast “krank” – übertrieben gesagt. Neulich hatte ich mal Adware auf dem PC, die ich mir mit einem Programm (von einer angebl. sicheren Seite sogar) runtergeladen hatte und es war etwas Hartnäckiges und ich habe 3-4 Stunden hier gesessen…der ganze Tag war im Eimer, aber der Gedanke, dass das nicht weg geht, hat mich zu einer richtig schlimmen Verbissenheit geführt. Ich denke letztlich, jeder Mensch hat so irgendwie ein Zwangsverhalten oder auch wie Du übertriebenen Ehrgeiz. Das macht uns Menschen letztlich aus. Mit dem meisten Macken kann man ja auch ganz gut klar kommen, finde ich.

  4. 27. September 2014 / 21:02

    Mir täte ein wenig mehr Ehrgeiz gut, denn ich bin eher das Gegenteil, zumindest habe ich immer Probleme mit der Prokrastination …

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