Planung über Planung, aber wo bleibt die Überraschung

Mit 18 Jahren dachte ich, ich weiß genau wohin mit mir im Leben. Ich hatte in meinem Kopf einen fest durchgeplanten Lebensablauf vor mir. Abitur, Studieren, Arbeiten, sesshaft werden mit dem Freund an der Seite und dann irgendwann die restlichen Schritte gehen, die die Gesellschaft mir ankonditioniert hat. Wenn ich zurück denke, würde ich am liebsten laut lachen.

In der Grundschule dachte ich, wenn ich erstmal auf der weiterführenden Schule bin habe ich einen Plan vom Leben. In der Unterstufe dachte ich mir dann erneut, wenn ich erstmal im Abiturjahrgang bin habe ich voll den Plan vom Leben. Und mit 18 war ich dann so naiv zu denken, dass ich wüsste wie das Leben läuft. Mit 24 sitze ich nun da und denke mir „HÄ?! Was soll das? Ich brauch einen Erwachsenen – MAYDAY – Ich bin ein Erwachsener“

Mein 18-jähriges Ich würde wohl kopfschüttelnd neben mir stehen und mich fragen warum ich nicht schon alles erreicht habe, was die Vergangenheits-Anni sich in den Kopf gesetzt hat. „ Na haste wieder die falsche Abzweigung genommen“. Aber sind wir doch mal ehrlich, man kann das Leben nur bis zu einem gewissen Punkt durchplanen. Manche Dinge laufen einfach ohne, dass man einen gewissen Einfluss darauf hat. Man kann sich nur entscheiden einen anderen Weg einzuschlagen, wenn der vorherige Weg eine Wendung annimmt, die einem nicht gefällt. Sind wir mal ehrlich, den durchgeplanten Weg zu nehmen wäre doch eh langweilig. Ich merke immer wieder, dass mir die besten Dinge geschehen, wenn ich einfach mal etwas Neues Probiere und mich traue meine Comfortzone zu verlassen. Ich habe das Gefühl, erst dann finde ich das Leben das auf mich wartet. Ein Leben dass viel lebenswerter und spannender ist als etwas vorher festgelegtes ohne Überraschungen.

Wo ist in einem durchgeplanten Leben Platz für Überraschungen? Genau! Nirgendwo. Manchmal gibt es einfach Tage an denen ich mich planlos treiben lassen will, während manche Bereiche in meinem Leben Planung brauchen. Aber wenn man alles durchplant, hat man dann eigentlich Zeit um wirklich zu leben oder überlebt man dann nur?

Ich habe für mich gelernt, dass ich wenn ich etwas erleben will, meine Prioritäten neu setzen muss oder einfach etwas verschieben muss. Manchmal sollte man die Gedanken einfach mal hinten anstellen und so einige Dinge von der to-do Liste auf die was-solls Liste setzen.

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9 Kommentare

  1. 22. November 2015 / 12:44

    Wer immer nur rummrennt, dem kann nix in den Schoss fallen.

    Eine Freundin sagte mal zu mir ( und das gab mir zu denken): “Du bist so verplant, da hat das Schicksal keine Chance”.

  2. 22. November 2015 / 12:56

    Das das Leben keine Gerade ist sondern aus Irrungen, Umwegen, Abzweigungen und kurzen Pausen besteht musste ich auch erstmal lernen, vorallem das man trotzdem am Ziel anlangt. Aber genau das alles macht das Leben bunt 🙂
    Liebe Grüße, Mona von Belle Mélange

  3. Debbie
    22. November 2015 / 13:11

    Genau was du beschreibst erlebe ich auch gerade… Ich wollte immer alles planen, wissen wo ich in 10 Jahren stehe, aber letzendlich kann man einfach nicht alles planen. Dinge ändern sich, Menschen kommen, Menschen gehen, Beziehungen und Freundschaften gehen in die Brüche, man entwickelt andere Interessen und, und, und…

    Liebe Grüße

    Debbie

  4. 22. November 2015 / 13:52

    Manchmal muss man einfach alles auf sich zukommen lassen und dem Schicksal seinen Lauf lassen 🙂

  5. 22. November 2015 / 16:55

    Sehr weise Worte. Ich bin jetzt 15 und mir ist aufgefallen, dass ich vor 5 Jahren noch dachte “Wenn ich groß bin, so in 5 Jahren, dann hab ich richtig den Durchblick und mach lauter coole Sachen.” Jetzt sitze ich hier, blogge, schau Serien und versuche, irgendwie glücklich durch mein Chaos zu kommen. Und wenn ich mir deinen Post so durchlese, stell ich fest, dass das wahrscheinlich immer so sein wird 😀 Aber in 5 Jahren hab ich bestimmt den Durchblick 😉
    Pekanali

  6. 22. November 2015 / 17:20

    Schöner Post! Aber ich glaube, auch wenn es uns so vorkommt, als hätten wir immer noch keinen Plan vom Leben, ist das vielleicht gar nicht so schlimm wie es uns vorkommt… Ich war mit 18 ja sooo wahnsinnig naiv, im Vergleich dazu bin ich jetzt ein Musterbeispiel an Souveränität 😀

  7. 22. November 2015 / 19:15

    Gerade wenn man Vollzeit arbeitet und sich noch um Wohnung und sich selbst kümmern muss, bleiben Überraschungen einfach aus.
    Ich gönne mir dafür aber und zu etwas besonderes. Einen richtigen Plan, außer glücklich sein, habe ich auch nicht.

  8. 22. November 2015 / 20:50

    Ich kann dich voll und ganz verstehen. Ich habe mir meinen Plan auch anders ausgemalt. Aber ist das nicht irgendwie auch das tolle am Leben ? Man weiß nie was passiert 🙂

  9. 4. Dezember 2015 / 9:36

    Vor 4 Jahren bei meinem Abitur hatte ich auch einen Plan. Auch wenn er sich darauf beschränkte so lange wie möglich aus Deutschland rauszukommen. Mit den meisten Auslandsaufenthalten, die ich jetzt durchlebt habe, habe ich allerdings nicht gerechnet. Vieles, kam super unerwartet und war auch irgendwo gut so. Du hast vollkommen recht, man kann sein Leben nicht komplett durchtakten. Das macht das Schicksal einfach nicht mit 🙂

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